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Germanwings┃Depression ┃adding my 2 cents┃english version

Sunday, 29 March 2015 | | 6 comments

Hey Internet! 
Probably everyone has heard of that terrible plane crash by now, that happened on tuesday last week. Every newspaper has written about it, every TV news has talked about it, the internet is full of it.. So I probably don´t have to tell you what exactly happened, because you either know it already, or you should better look it up on cnn news or somewhere else.

Left: The Cockpit of the Germanwings - machine. Right: Co-Pilot Andreas L. 
I really don´t want to make any aspersions. The investigations are still going and there is just so much grief and pain, that I - as an outsider and not directly affected - am not really able or allowed to form an opinion about it. 

Something that I want to talk about, though, are the articles in the newspapers from the last few days: about Andreas L., the co-pilot, suffering from depression and related assumptions that he destroyed the Germanwings plane on purpose and therefore intentionally killed 149 people. 

I understand that some would think depression made him do this, after reading the newspapers or listening to the news and learning, that Andreas L. had been suffering from depression, that he was listed as unable to fly for a period of time and that he was even put on sick leave the day of the crash. Many might even be wondering why he was allowed to fly after being diagnosed with depression.
But I really think that - and again: I don´t want to make any aspersions and I know I am not a doctor, psychologist or a behavioral Therapie - but after I had to experience myself, how it is to suffer from depression, I want to say that it was not depression what led Andreas L. to doing something like that. 

Depression is a psychological disorder that leads to the loss of the ability to feel joy or sadness/ grief. You feel empty, dull, dazed, numb. You don´t really feel anything at all. People with depression often question their purpose. They feel useless.

I can´t remember exactly how it started. I just returned from my year abroad and didn´t really know where I belonged anymore. I felt out of place everywhere. I had changed over the past year, people back here had changed over the past year. Nothing really fit anymore. Everything felt wrong. And I blamed myself for all that. I thought I had changed so much, that no one knew what to do with me anymore. That´s why I hid myself in my bedroom. I didn´t want to see anyone, because I thought I was a burden for everyone. Even for my own family. They had been living without me for 10 months and their life seemed to be going just fine. Like it didn´t matter if I was a part of that life or not. I felt useless. I felt like my life was useless. I´ve never really thought about taking my life. But I had thoughts like "No one would really care if you died. After all everyone "survived" being without you for 10 months. No one really cares about you."

People with depression feel worthless, like they are a burden for everyone. So they hole up, lie in bed the whole day. They are plagued by self - doubt and filled with self-hatred. But never with the hatred of other people. Depression makes you be extremely self-conscious. You blame yourself for everything bad that happens. But not other people. Depressive people are not dangerous. You don´t have to protect other people from them. You should better protect them from themselves. They might be suicidal. But they would never kill 149 other people when they are trying to kill themselve. 

That´s why I don´t think Andreas L. did what he did because of his depression. I think there is a lot more to it. Maybe they will find a letter in which he explains everything. But as long as there is no evidence I think it is irresponsible to claim that depression turned him into a murderer. It casts a unfavourable light on this disorder. 

In an article for the International Business Times Ed Smith writes - in my opinion - pretty accurate: 
"The idea that depression patients could simply get better, if they tried harter, if they werden´t lazy or avoidant, still exists. And now the most popular news franchise in the world is telling people that being depressd turns you into a hijacker. (...) If the Mail doesn´t actually believe depression is a dangerous willens, and is simply suggestive that it might be as part of a cynical sales play, then how much lower can that newspaper dig? No longer content with punching down at gay people, poor people, people of color, women and immigrants, the Mail is now finding excuses to attack people who are ill. For its next tricks, it´ll blame cancer for a rise in knife crime."
This is just my opinion. Maybe you want to tell me what you think in the comments below. What´s your opinion on this?
Take care,
Anika

Germanwings ┃Depression┃mein Senf

Saturday, 28 March 2015 | | 2 comments

Hey Internet! 
Inzwischen hat bestimmt schon so ziemlich jeder auf der Welt von dem schrecklichen Vorfall gehört, der am Dienstag, den 24.03.2015, passierte. Jede Zeitung hat darüber berichtet, jeder Nachrichtensender, das Internet. Deswegen ist es wahrscheinlich auch nicht nötig, nochmal zu schildern, was passiert ist, denn entweder man weiß es schon, oder man schaut sich lieber einen News-Ticker zum Beispiel auf der Seite spiegel.de an. 

Links: Das Cockpit der Germanwings-Maschine. Rechts: Der Co-Pilot Andreas L. 
Dieser Post ist in keinem Fall abfällig gemeint. Die Ermittlungen laufen noch und da ist so viel Trauer und Schmerz, dass ich, als Außenstehende und nicht direkt Betroffene, mir darüber gar keine große Meinung bilden kann und darf.

Wozu ich aber etwas sagen möchte, sind die Artikel unserer Zeitungen in den letzten Tagen: Dem Thema Andreas L. litt an Depressionen und zu der damit verbundenen Annahme, er habe die Germanwings-Maschine aufgrund dieser Depressionen vorsätzlich zerstört und damit 149 Menschen mit sich in den Tod gerissen.

Natürlich entsteht erstmal, wenn man sich diese Zeitungen so durchliest und erfährt, dass Andreas L. an Depressionen litt, für eine Zeit lang als flugunfähig gelistet war und dann noch an dem Tag des Unglücks eigentlich krankgeschrieben war, der Eindruck, seine Depression habe ihn zu dieser Tat getrieben. Viele fragen sich sogar, warum es ihm wieder erlaubt war zu fliegen, nachdem bei ihm Depression diagnostiziert wurde.
Ich denke allerdings - und nochmal: dies hier ist in keinem Fall als eine abfällige Bemerkung zu verstehen und ich weiss; ich  bin auch keine Ärztin, Psychologin oder Verhaltenstherapeutin - aber nachdem ich selbst habe erfahren müssen, wie es ist, an Depression zu leiden, möchte ich annehmen, dass es nicht seine Depression war, die Andreas L. zu dieser Tat veranlasst hat.

Depression ist eine psychische Krankheit, bei der es zum Verlust der Fähigkeit, Freude oder Trauer zu empfinden, kommt. Man fühlt sich leer, stumpf, benommen, taub. Man fühlt nichts. Es herrscht eine innere Leere. Betroffene empfinden oft ihr Leben als völlig sinnlos.

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wie es bei mir angefangen hat. Ich kam nur gerade von meinem Auslandsjahr wieder und wusste nicht mehr, wo ich hingehöre. Ich habe mich überall fehl am Platz gefühlt. Ich hatte mich verändert, die Leute hier hatten sich verändert. Und irgendwie hat nichts mehr so richtig gepasst. Und ich habe mir die Schuld an all dem gegeben. Ich dachte, ich hätte mich so sehr verändert, dass keiner mehr etwas mit mir anzufangen wusste. Daraufhin habe ich mich immer mehr zurückgezogen, war nur noch in meinem Zimmer. Ich wollte keinen sehen, weil ich dachte, ich wäre sowieso jedem nur eine Last. Sogar meiner eigenen Familie. Sie hatten 10 Monate ohne mich gelebt und ihr Leben schien einfach normal weiter gegangen zu sein. So, als hätte es keine Bedeutung, ob ich nun da war oder nicht. Ich kam mir sinnlos vor. Mein Leben kam mir unendlich sinnlos vor. Ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht, mir das Leben zu nehmen. Aber immer öfter hatte ich Gedanken wie: "Wenn du sterben würdest, hätte es keine Bedeutung für irgendwen. Man hat es ja schließlich 10 Monate ohne dich ausgehalten. Du bedeutest keinem wirklich viel." 

Menschen mit Depressionen fühlen sich wertlos, wie eine Last für andere Leute. Deswegen verkriechen sie sich, liegen im Bett die ganze Zeit. Sie werden geplagt von Selbstzweifeln und sind erfüllt von Selbsthass. Aber niemals von Hass auf andere Menschen. Depression lässt einen extrem unsicher über sich selbst werden. Man gibt sich selbst an allem die Schuld. Aber nicht anderen Menschen. Depressive sind nicht gemeingefährlich, vor denen andere beschützt werden müssen. Viel mehr müssen sie vor sich selbst beschützt werden. Sie haben Suizid-Gedanken. Aber sie würden nicht 149 andere (unschuldige) Menschen mit sich in den Tod reißen.

Deswegen denke ich nicht, dass Andreas L. allein wegen seiner Depression diese Tat begangen hat. Ich denke, da steckt noch einiges mehr dahinter. Vielleicht findet man ja einen Abschiedsbrief, in dem er seine Gründe nennt. Aber solange man keine konkreten Beweise hat, ist es meiner Meinung nach unverantwortlich zu behaupten, die Depression habe ihn zu einem Mörder gemacht.
Denn das wirft ein unglaublich falsches Licht auf diese Krankheit.

In einem Artikel für die International Business Times schreibt Ed Smith meiner Meinung nach ziemlich zutreffend:
"Der Glaube, dass depressive Menschen einfach über ihre Depression hinwegkommen könnten, wenn sie sich nur stark genug darum bemühen, wenn sie nicht faul sein würden und vermeidend, existiert noch immer. Und jetzt ist es das neuste, Leuten zu erzählen, dass depressiv zu sein dich zu einem Flugzeugentführer macht. (...) Wenn die Nachrichten nicht wirklich glauben, dass Depression eine gefährliche Krankheit ist, aber das für sie ein übler Werbemacher ist, wie viel tiefer kann die Zeitung dann noch sinken? Es werden nicht länger homosexuelle, arme, farbige Menschen, Frauen oder Einwanderer runtergemacht, jetzt werden Ausreden erfunden, um Leute zu attackieren, die krank sind.
Als nächsten Werbetrick werden sie Krebs als Auslöser für einen Anstieg in Messerstechereien nennen." (aus dem Englischen übersetzt)



Ja.. das ist nur meine Meinung. Sagt mir doch mal, was ihr darüber denkt.
Alles Gute,
Anika




 
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